Vom 27.08.2026 bis zum 25.09.2026
Ausstellung "Die Toten des Pogroms 1938 in Rheinland-Pfalz"
Oberstraße, 55422 Bacharach
Grundlage der Ausstellung ist eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. Erstmals wurde erforscht, wie viele Jüdinnen und Juden auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz und des Saarlands infolge der Novemberpogrome ums Leben kamen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Zahl der Todesopfer deutlich höher war als lange angenommen.
Anhand bewegender Biografien erinnert die Ausstellung an Menschen, die an den Folgen schwerer Misshandlungen starben, als sogenannte „Aktionsjuden“ in Konzentrationslager verschleppt und dort ermordet wurden oder angesichts der Verfolgung keinen anderen Ausweg mehr sahen als den Suizid. Sie gibt den Opfern ihre Namen und ihre Geschichten zurück und regt dazu an, die Ereignisse des 9. November 1938 und ihre Folgen aus einer erweiterten Perspektive zu betrachten.
Die Ausstellung fügt sich in das langjährige Engagement des Bauvereins Wernerkapelle für die Erinnerungsarbeit in Bacharach ein. Die Geschichte der Wernerkapelle ist untrennbar mit der mittelalterlichen Wernerlegende verbunden, die über Jahrhunderte zur Ausgrenzung und Verfolgung jüdischer Menschen beitrug. Heute versteht sich die Wernerkapelle als ein Ort der Begegnung, der Versöhnung und des christlich-jüdischen Dialogs. Mit der Präsentation dieser Ausstellung möchte der Bauverein dazu beitragen, das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten und zugleich ein Zeichen gegen Antisemitismus, Menschenfeindlichkeit und jede Form von Ausgrenzung zu setzen.
Die Ausstellung ist vom 27. August bis zum 25. September 2026 täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr in der St. Josefskapelle, Oberstraße 39 in Bacharach, zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 27. August 2026, um 19.00 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Mit der Kuratorin Carolin Manns besteht die Möglichkeit, mit einer ausgewiesenen Expertin über die Forschungsergebnisse und die Bedeutung der Ausstellung für die heutige Erinnerungskultur ins Gespräch zu kommen.




